|
Musik-diskussion.de | Die Elektronisch-Musikarchive Diskussionsseite
Amazon Rezension:Software, Sunstorm (Best of)von: Thomas R.Sareks (21:59:57 19.06.2009)Was muss man eigentlich schreiben um bei Amazon (s)eine Rezension veröffentlich zu bekommen? Keine Ahnung, jedenfalls nicht das was mir entflog. Es geht um eine best-of CD von Software. "Sicherlich lässt sich die Vielfältigkeit des genialen Duos Mergener/Weisser die uns als SOFTWARE feinste elektronische NewAge Musik geboten haben kaum auf einer CD unterbringen und natürlich kann man bei Titeln die bei typischerweise 10 Min.Länge noch als 'Quickie' gelten nicht jeden Titel in voller Länge spielen -doch so schlecht, so lepsch hingeschludert hätte es nun wirklich nicht sein müssen. Zuerstmal ist es die chronologische Reihenfolge die dem Umstand der kreativsten Schaffensperiode nicht Rechnung trägt und Stimmungen/Klangfarben nebeneinander stellt wie John Lautners Entwürfe neben Minol-Autobahntankstellen.Als ob das nicht schlimm genug wäre werden die einzelnen Stücke, wie schon gewarnt, zerstückelt hingeklatscht, mittendrin ein-/ausgeblendet.Kaum arrangiert man sich mit der verbreiteten Stimmung ist diese schon vorbei. Überraschenderweise mal schnell, mal langsam, denn wenn schon die Titelauswahl nicht zum Augenrunzeln bringt dann das -auch eine Art von Abwechslung.Oder gar ein kostenloser Bonus? Aber dann doch bitte lieber die Titel ganz weglassen bevor man Knaller wie "Electronic Universe" (aus "Electronic Universe II") amputiert zwischen Fülltitel stellt. Trauriger Höhepunkt ist Track 8 mit der Qualität einer quäkenden Stimme eines Navigationssystems.Nervig! Und das gerade SOFTWARE verstand mit Stimmen ebenso wie mit Synthesizern umzugehen, nebst Geigen, Gittarren und anderen "echten" Instrumenten, haben sie mehr als einmal bewiesen, z.B.auf "Syn Code". Das aber erfährt man nicht.Überhaupt sind die Informationen auf dem Faltblatt zur CD knapp -und falsch! So ist zu erfahren, dass der Track 8 "Land of Fantasy" aus "Electronic Universe II" stammen soll.Das ist aber nicht der Fall. Die gesamte Information lautet 8.Land of Fantasy 4:27 (Mergener/Weisser) Taken from CD 710075 nebst einigen wenigen Zeilen auf der Rückseite des Covers.Man erwähnt auch "Ocean" als CD Titel von dem Tracks entnommen wurden -komisch, war "Ocean" doch ebenfalls bereits eine Art "best of"-Samper mit bereits erschienenen Titel eingebettet in Meeresrauschen (und ein verdammt gutes weil typisches und kreatives Album, trotz der Verwendung von altem Material). Also, wer diese qäukende Stimme ist erfährt man nicht (vielleicht auch besser so, man tut der Dame einen Gefallen und sie kann ihre Karierre als Navigations-Stimme ungehindert fortsetzen). Naja, immerhin wird der Klang, denkt man sich vor dem Kauf wenn man diese Rezension eines überkritischen Pendanten liest, immerhin wird der Klang kaum kritikwürdig sein, war doch SOFTWARE von Anfang an mit moderner Studio-Technik ausgestattet, bezeichnete sich als Audiophil im Schaffen und dankte es auch brav allen beteiligtemn Firmen auf den Covern der Alben, wie Atari, Apple, C-Labs...doch auch hier Fehlanzeige.So klingen die Stücke teils bisschen, teils deutlich dumpfer als auf den Original-Alben und das ziemlich ekelhafteste seit der Erfindung des Pop, einen SoundExpander, hat man wohl auch noch mal drüber laufenlassen.Wozu eigentlich? Nee Leute! Da solche Musikwelten nie auf SWR3/EinsLive gesendet noch jemals bei WettenDass aufgeführt werden, gibt es nun wirklich keinen Grund diese unlogische, unhomogene, zusammengewürfelte Auswahl, das schlechte Cutting, die falschen Infos auch noch mit dem schlechten Klang zu kombinieren. Fazit:Als Appetitthäpchen -gerade noch erträglich.Aber lieber eine der unzählichen Original-Alben kaufen, z.B.das schon erwähnte "Syn-Code", "Electronic-Universe" (Teil 1), "Chip-Meditation" (1 oder 2), "Ocean", "Software Visions" (die beiden letzteren sind Sampler mit Material aus bis dahin erschienenen Alben). Einen Punkt gibt es von mir für das schöne Cover.Einen Punkt für die, die es bis hierhin geschafft haben und nun vielleicht um ein paar Titelempfehlungen reicher sind, das ist immerhin auch ein Verdienst. Aber mehr geht aber bei besten Willen nicht.
|